Ev. Diakonissenkrankenhaus Leipzig

Zertifiziertes Hernienzentrum

Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie

Im Ev. Diakonissenkrankenhaus Leipzig ist ein von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie zertifiziertes Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie beheimatet.

Mit jährlich rund 300.000 Eingriffen ist die chirurgische Behandlung von Leisten-, Bauchwand- oder Zwerchfellbrüchen hierzulande das am häufigsten eingesetzte Operationsverfahren. Das Ev. Diakonissenkrankenhaus Leipzig verfügt seit Jahrzehnten über sehr viel Erfahrung auf dem Gebiet der so genannten Hernienchirurgie. Seit 2018 ist es als „Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie“ von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) zertifiziert.

Grundlage für dieses Gütesiegel ist, dass hier jedes Jahr eine bestimmte Anzahl von Patienten behandelt wird, die von einem Leisten- oder Narbenbruch betroffen sind. Mit jährlich mehr als 300 Eingriffen liegt das Ev. Diakonissenkrankenhaus Leipzig weit darüber. Zudem müssen spezialisierte Operateure im Haus tätig sein und ausgewiesene Sprechstunden für Hernien-Patienten angeboten werden. Ein weiteres Kriterium ist, dass alle durchgeführten Operationen in einem bundesweiten Register (Herniamed) dokumentiert werden.

Dr. med. Shueb Mussa Chefarzt Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie Facharzt für Chirurgie, Viszeralchirurgie und Unfall­chirurgie
 Spezielle Viszeralchirurgie

Dr. med. Niels-Torsten Hoedt Oberarzt Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurgie

Leistenbruch – und nun?

Von einem Bruch („Hernie“) an Leiste oder Bauchwand ist besonders das „starke Geschlecht“ betroffen – mehr als ein Viertel aller deutschen Männer und nur rund drei Prozent der Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens daran.

Liegt an der betreffenden Stelle eine krankhafte Lücke in der Bauchwand vor, besteht das Risiko, dass das Bauchfell und ggf. auch die im Bauch gelegenen Organe oder Eingeweide nach außen dringen können. Was so dramatisch klingt, kann bei frühem Erkennen der Schwachstelle zumeist mit Hilfe eines minimal-invasiven Eingriffs verschlossen werden.

Bleibt die entweder angeborene oder erworbene Hernie jedoch lange unentdeckt, kann dies zu Einklemmungen im Darmbereich führen, die potenziell lebensgefährlich sein können.

Behandlung allgemein:

Bei einem Leisten- oder Bauchwandbruch ist die operative Versorgung das alleinige Mittel der Wahl. Konservative Therapien wie das Tragen von Bruchbändern haben sich in der Vergangenheit nicht als zielführend, ja sogar als schädlich erwiesen.

Etwas anders stellt es sich beim Zwerchfellbruch dar, wo im Rahmen der individuellen Therapieentscheidung zwischen einem möglichen operativen oder medikamentösen Ansatz entschieden werden muss.

Ohne einen operativen Eingriff lässt sich die Bruchpforte einer Hernie nicht verschließen. Wird sie rechtzeitig versorgt, ist sie in der Regel ungefährlich und heilt wieder aus. Jedoch sollte die operative Versorgung frühzeitig erfolgen, um gefährliche Strangulierungen von Darmanteilen zu verhindern.

In der Hernienchirurgie haben sich verschiedene Verfahren bewährt, bei denen der Operateur jeweils den Bruchinhalt in den Bauchraum zurückverlagert, die Bruchpforte verschließt und das Gewebe stabilisiert. Die Wahl des OP-Verfahrens richtet sich nach Art und Ausprägung der Hernie und ist abhängig von den jeweiligen körperlichen Voraussetzungen und vom Alter des Patienten.